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Auf der Suche nach neuen, interessanten Tauchplätzen habe ich vor einigen Jahren die Karibikinsel Kuba ausgewählt, wo eine Fernreise mit Tauchurlaub obendrein immer noch relativ preiswert zu buchen ist.
An der nördlichen Küste der Insel, also der Atlantikseite, befindet sich die Halbinsel Santa Lucia und darauf der gleichnamige Ort mit einem wunderschönen und breiten Sandstrand. Ihr vorgelagert liegt in 1 bis 2 km Entfernung das zweitgrößte Riff der Welt. Mehr als 35 verschiedene Plätze werden hier je nach Wetterlage mit flachen Speedbooten angefahren und unter der Führung von erfahrenen Guides betaucht. Sie gehören zu einer Tauchbasis mit dem Namen “Shark`s Friends”, die am Strand zwischen den Hotelkomplexen “Quatro Vientos” und “Vila Coral” gelegen ist. Die Basis ist gut geführt und verfügt über neue, komplette Tauchausrüstungen.
Das sicher größte Spektakel dort ist eine Haifütterung am Tauchplatz Nr. 13. Dieser Tauchplatz befindet sich in einem etwa 7 km von der Tauchbasis entfernten Kanal, der das offene Meer mit dem Hafen der Stadt Nuevitas verbindet. Der Weg zu diesem Tauchplatz beginnt an der Basis. Mit einem alten Bus geht eine interessante Fahrt vorbei an Mangrovensümpfen mit vielen rosa Flamingos und durch das cubanischste Dorf aller cubanischen Dörfer, La Boca. Am Tauchplatz angekommen stellt man einen befestigten Einstieg und eine Eisenleiter im Wasser fest. Von der wenige Meter entfernten Fischereigenossenschaft werden zur Fütterung einige Fische als Köder geholt. Die Zeit des geplanten Tauchganges ist abhängig von dem Gezeitenwechsel. Ansonsten ist die durch Ebbe und Flut verursachte Strömung zu stark. Nach “get ready”, “briefing” und “body-check” geht es mit einem Sprung ins Wasser und kontinuierlich dicht über den Boden des Kanals auf ca. 27 Meter Tiefe. Auf dem Weg dorthin liegt rechts das Wrack des 1894 gesunkenen Frachters “Montera”. Das Wrack ist aus Metall, wunderschön bewachsen und kann durchtaucht werden.
Angekommen auf einer Sandbank bilden alle Taucher, in der Regel 6-8 Personen, einen Halbkreis hinter einem von zwei beteiligten Tauch-Guides. Dieser beginnt mittels einer Geräuschrassel und dem Blut eines aufgeschnittenen Köderfisches die Haie anzulocken. Dann beginnt das Spektakel. Wie Schatten nähern sich die ersten der bis zu drei Meter langen und sehr kräftigen Haie. Zuerst sehr scheu, dann aber immer neugieriger nähern sie sich dem Köder, bis endlich einer sein Maul aufreißt, den Fisch aus der Hand des Guides nimmt und davon schwimmt. Erneut geht das Spiel los. Die Anzahl der Haie läßt sich nur schwer bestimmen, aber es müssen diesmal sieben oder acht sein. Von bis zu fünfzehn Haien wird berichtet. Anhand der Zähne lassen sich sicher zwei Arten bestimmen. Karibische Riffhaie und Stierkopfhaie sind darunter. Und alle scheinen sehr scheu und vorsichtig zu sein. Nach 25 bis 30 Minuten ist der Zauber vorüber. Die Haie haben bemerkt, dass die Köderfische aufgefressen sind und verschwinden im tiefblauen Wasser, so wie sie gekommen sind. Auch für die Taucher ist es an der Zeit wieder aufzusteigen. Zur Sicherheit wird der angekündigte Stopp eingehalten und danach entsprechend aufgetaucht. Die Eisenleiter hilft am Ausstieg das Ufer und den alten Bus, der uns zurückbringt, zu erreichen.
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