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Tsunami hat den Menschen in Südostasien unendlich viel Leid, Not und Elend beschert. Die Spendenhilfen waren mehr als großzügig. Auf dem Weg zu den Bedürftigen aber ist sehr viel in der Korruption versickert. Direkthilfe in Form von weiterhin dort ihren Urlaub verbringenden Touristen ist leider bis heute in der gewünschten Form ausgeblieben. Mich hat diese Tatsache nach der totalen Flaute in Ao Nang dazu bewegt, Ende Februar 2005 für rund drei Wochen mit einer Fähre von www.atlantis-dive-world.de in Ao Nang ca. 150 km weiter südlich nach KOH LANTA zu fahren um von dort aus zu tauchen. Koh Lanta ist eine dicht am Festland nahe der Grenze zu Malaysia liegende Insel, die sich als Domizil für Tauchfahrten hinaus auf das offene Meer hervorragend eignet.
Dort angekommen habe ich mich sofort auf die Suche nach einer preiswerten, aber gut ausgerüsteten Tauchbasis begeben. Fündig geworden bin ich bei den Lanta Discovery Divers, deren Besitzer ein Einheimischer ist und der ausschließlich mit einem Speedboot zu den Tauchplätzen fährt. Auf der Basis herrschen Sauberkeit und Ordnung, das Boot ist in einem guten Zustand, Erste Hilfe - Einrichtungen befinden sich an Bord, die Crew ist sehr hilfsbereit und entgegenkommend, professionelle Mitarbeiter sind jederzeit und überall gegenwärtig. www.lanta-discoverydiver.com
Vornehmlich werden im unterschiedlichen Wechsel die folgenden Plätze angefahren:
Ko Ha
nur 30 Minuten benötigen wir mit dem Speedboot, um zu diesen mindestens 7 Tauchplätzen zu kommen. Denn Ko Ha heißt 5 Inseln, wobei sich von einer, Ko Ha Yai, ein Teil abgelöst hat. Alle dortigen Tauchplätze haben eine eigene Charakteristik und sind die schönsten in direkter Nähe zu Koh Lanta.
Ko Ha 1 (nueng) ist eine Steilwand, an der man an einem Plateau von 8 auf 17 m beginnen und bis 25 m abtauchen kann. Gelegentlich herrscht Strömung, aber durch Pickup kann man entsprechend auftauchen. Die Steilwand ist mit herrlichen Weichkorallen besetzt, die ein wunderschönes Farbenspiel ergeben. Am Riff befinden sich Schwärme von Glasfischen, fast immer sind hier Seeschlangen, Sepien betreiben ihr Liebesspiel. Eine weitere Besonderheit besteht aus einem Kamin, in den man bei 16 m hinein und bei 6 m wieder hinaus tauchen kann. Dieser Tauchgang ist ein herrliches Spiel mit Licht und Schatten bei dem wir viele Drachenköpfe beobachten können. Meinen ersten Tauchgang in diesem Gebiet habe ich hier gemacht. Dabei habe ich auch meinen Buddy für die nächsten 23 Tauchgänge gefunden. Er hatte erst wenig Erfahrung und tauchte mit uns in einer Gruppe als Buddy des uns führenden Divemaster. Bereits nach knapp 30 Minuten war sein Luftvorrat zu Ende. Sein Buddy wollte ihn nach oben schicken, überrascht und auch etwas betroffen schaute er mich an, als wollte er sagen: “warum muss ich bloß nach oben, hier ist es doch noch so sehr schön.” Ein kurzer Blick auf mein Finimeter signalisierte mir 140 bar und nach ein paar informativen Handzeichen zum Divemaster hakte ich den jungen Taucher, meinen künftigen Buddy, unter meinen linken Arm und gab ihm meinen Oktopus um den Tauchgang fortzusetzen und langsam zu beenden. Die Gründe für seinen hohen Luftverbrauch (ständiges ausblasen der Maske, kurzes hektisches Atmen, hoffnungslose Überbleiung) haben wir vor dem nächsten Tauchgang schnell abgestellt und von dann ab habe ich von einem superruhigen, aufmerksamen und sicheren Buddy profitiert. Danke Steffen !!!
Ko Ha 2 (sohng) Hier betauchen wir 2 herrliche Steilabfälle bei denen ein Blick ins Freiwasser immer für eine Überraschung gut ist. Schwarzspitzen- und Leopardenhaie schwimmen in respektierlicher Entfernung. Das Riff selbst ist wunderschön mit Weichkorallen und Fächergorgonen bewachsen. Ein schillernder Drachenkopf liegt auf einem riesigen Muschelplateau, Muränen, auch eine freischwimmende, haben wir entdeckt. Der Platz ist mit einem Tauchgang (ca. 40 Min.) gut zu umrunden und beim Austauchen in der Lagune haben wir vielfältiges, maritimes Leben gefunden, z. B. Barrakudas und Sepien unter der Oberfläche, viele Barsche verschiedener Arten und sogar Fledermausfische.
Ko Ha 3 (saam) unter Wasser befindet sich ein flach abfallendes Riff über einer Steilwand, an der wir bis zu 26 Meter abtauchen können. Hier sind verschiedene Blatt- und andere Hartkorallen sowie viele Seeanemonen. Auf dem Weg Richtung Lagune kommt man an vier vorgelagerten Blöcken vorbei. Hier begegnen uns jede Menge Eidechsenfische und ein Zackenbarsch kreuzt unseren Weg. Wir entdecken in einer Felsspalte im Tang eine grüne Blattnacktschnecke, ein gelbes Seepferdchen hat hier sein Zuhause, mehrere Skorpionsfische ruhen in den Felsen, gelbe, blau gepunktete Boxfische spielen Versteck mit uns und letztlich taucht vor uns eine Schildkröte auf um zu atmen. Angekommen in der Lagune können wir auf 8-5 Metern herrlich austauchen.
Ko Ha 4 (sieh) dieser Platz wird aus der Lagune heraus betaucht, Riff linke Schulter, über die Riffkante und eine Steilwand mit vielen Überhängen hinunter geht es bis auf 28 Metern Tiefe. Entweder kann man die Steilwand serpentinenartig betauchen, dann tun sich in jeder Tiefe immer neue, faszinierende Bilder auf. Oder man taucht über eine große Sandfläche (ca. 12 Meter) hinüber nach Ko Ha 2. Viele Geweihkorallen dominieren diesen Weg. Uns begegnet ein Schwarm Fledermausfische, wir sehen zwei Schwarzspitzenhaie und entdecken mehrere Warzenschnecken. Ein Leopardenhai schläft auf dem Sandboden, Rotfeuerfische erfreuen uns durch ihren Anblick. Dieser Tauchplatz eignet sich auch für Nachttauchgänge.
Ko Ha 5 (ha) Hierbei handelt es sich um ein rundes Felsenriff, das mit kleinen Höhlen und Überhängen bis auf 30 Meter abfällt. Unmengen Glasfische “fallen” von den Überhängen herunter. Fast immer begegnen uns hier Leopardenhaie. Eine Umrundung des Tauchplatzes dauert ca. 45 Minuten. Gegen Ende erregt ein Octopus unsere Aufmerksamkeit.
Ko Ha Yai Wohl der schönste Tauchplatz in diesem Revier. Wir finden hier ein flach abfallendes Riff mit mehreren vorgelagerten Felsen vor. Kugelfische “begrüßen” uns als erste Lebewesen beim Sprung ins Wasser. Ein Octopus, zwei Boxfische und eine Pyjamanacktschnecke folgen. Bei den Peitschenkorallen sehen wir einen “nasenformigen” Felsen, der in Richtung auf das Riff auf eine scheunentorgroße Öffnung zeigt. Das ist der Eingang zum sog. Dom. Wir tauchen langsam hinein, schnell gewöhnen sich unsere Augen an das Halbdunkel. Langsam drehen wir uns um und sehen in das freie Wasser, ein Traum, denn das leuchtende, smaragdgrüne offene Meer mit seinen vorgelagerten Korallen und all dem Fischreichtum hätte kein Maler schöner und besser malen können. Das ist die pure Natur. Zum Dom hinauf ist der Aufstieg breit genug um, mit wenigen Personen aufzusteigen. Es ist ein richtiger Aufstieg, der gegebenenfalls auch einen Sicherheitsstopp erfordert. Oben angekommen befinden wir uns unter einer riesigen Kuppel. Vor uns ist ein Loch, durch das je nach Wasserstand, Brandung schlägt und eigenartige Geräusche entstehen lässt. Wir tauchen wieder ab, machen den ersten Druckausgleich noch an der Oberfläche, da im Dom ein geringer Überdruck herrscht. Wieder in der Höhle angekommen, besteht noch die Möglichkeit zwei weitere, kleinere zu betauchen. Wir aber haben noch eine Verabredung. An einer Wand in ca. 12 Metern Tiefe suchen und finden wir noch einen Langnasenbüschelbarsch, einen Geisterfetzenpfeifenfisch und zwei Harlekingarnelen.
Hin Daeng
Diese und auch die anschließend beschriebene Insel bilden gemeinsam einen Tauchtag, der mit dem Speedboot nach einer 60 min. Fahrt erreicht wird und im Südwesten schon fast außerhalb der Andamanensee im Ozean liegen. Hin Daeng (roter Felsen) ragt ein wenig aus dem Wasser heraus, fällt steil bis auf über 60 Meter ab und ist herrlich mit rötlichen Weichkorallen bewachsen. Beim Sprung ins Wasser glaubt man sich in einer “Fischsuppe”, denn neben einer unvorstellbaren Vielfalt an kleineren tropischen Meeresfischen ziehen große Schwärme Makrelen, die Sardinen jagen, Barrakudas, Füsiliere oder Besenschwanzfeilenfische vorbei. Wir finden Graue Muränen, sehen Zackenbarsche, Rotfeuerfische, Kugelfische, Kofferfische, Kaiserfische und, und, und. In Spalten entdecken wir eine gelbe Warzennacktschnecke und Putzergarnelen. Sepien begleiten uns unter der Wasseroberfläche, Leopardenhaie schwammen oft unter uns. Aber es gab auch Tage, die den anderen noch eine Krone aufsetzten. Da war die Begegnung mit drei Mantas, deren Zutraulichkeit nicht mehr zu überbieten war und die eine lange Zeit mit unseren Atemblasen spielten. Oder der Ruf “Walhai”, der die Mittagspause unterbrach und uns Taucher in ungeahnter Geschwindigkeit ins Wasser springen ließ. Er war ganz nah bei mir und zeigte sich fast zum Anfassen, von vorne, von oben, von unten und von den Seiten, und das alles mehrmals.
Hin Muang
Das Wort bedeutet violetter Felsen, was von dem einzigartigen Bewuchs violetter Weichkorallen herrührt und mit dem das Riff wie mit einem bunten Teppich überzogen ist. Der Tauchplatz liegt gänzlich unter der Wasseroberfläche und ist von oben durch Bojen an Ankerleinen zu erkennen, die bei häufiger Strömung Tauchern beim Ab- und Aufstieg hilfreich sind. Hin Muang ist von länglicher Form und liegt etwa 200 Meter neben Hin Daeng. Es fällt zu den Seiten mit Steilwänden auf über 70 Metern ab und hat ein von Weichkorallen und großen Anemonenfeldern überzogenes Riffdach, das schräg von 8 bis 16 Meter Tiefe verläuft. Die Fischwelt entspricht in etwa der von Hin Daeng. Zu beobachten waren Leopardenhaie, Schwarzspitzenhaie, blaue Drücker in Schwärmen, auf Sardinen jagende Makrelenschwärme, Thunfischschwärme, Rotfeuerfische und Muränen. Ein sehr großer Schwarm Fledermausfische “schwebte” nahezu ortstreu am Riff. Sehr oft können hier auch weitere Großfische beobachtet werden, in der Zeit von Januar bis Juni auch gelegentlich ein Walhai und öfter Mantas. Mein Glücksgefühl holte ich mir am 26. Februar, als ich während des gesamten Tauchganges nicht weniger als 14 Mal, unabhängig voneinander, ein bis zwei Mantas sah, die teilweise zum Greifen nahe waren. Von diesen Anblicken kann man süchtig werden und deswegen waren wir nach acht Tage wieder an diesem Tauchplatz. Aber Strömung, Wind und Wellen haben uns einen gehörigen Streich gespielt. Nicht nur, daß wir keine Großfische gesehen haben, die Rückfahrt war bedingt durch meterhohe Wellen eine Tortur und dauerte sieben Stunden.
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